Eine Frage der Sichtweise
Ich glaube nicht, dass die realen Lebensverhältnisse in Ost und West(nach 20 Jahren) so anders sind.
Allerdings ist auch mein Eindruck, dass die mediale Darstellung ostdeutscher Verhältnisse häufig insbesondere in Massenmedien etwas geringschätzig und abqualifizierend stattfindet. Zum einen schafft das "Quote" zum anderen hat die "divite et impera" Taktik den Vorteil im Land Stimmungen zu schaffen, die den Interessen unserer Leistungs-(weg-) träger entgegenkommen dürften.
Bis auf gewisse nivellierende Strömungen der alten Bundesrepublik, war und ist die Gesellschaft BRD eine auf Distinktion ausgerichtete. Klassen-, Schichten-, Lagen-, oder Milieu- Unterschiede gehören und gehörten zur gesellschaftlichen Realität. Die DDR- Gesellschaft war wesentlich nivellierter, zwar gab es auch dort Distinktion bzw. Distinktionsbemühtheit aber der Grundtenor war auf Gleichheit ausgerichtet.
Diese beiden Sozialisationsmuster treffen nun aufeinander und es kommt zu Irritationen.
Im extrem auf der einen Seite der leistungsorientierte, konsumversaute, nörgelnde auf Konkurrenz dressierte Großmaulwessi.
Auf der anderen Seite der zurückhaltende, bescheidene, Jammerossi. 
Da nun jener "Großmaulwessi" in der Überzahl in den Redaktionen hockt, übrigens beim MDR in fast allen relevanten Bereichen, wird er ostdeutsche Realität auch nur durch seine sozialisatorische Brille wahrnehmen. Je nach Bildungsstand mehr oder weniger sensibel.
Leider ist das westdeutsche Sozialisationsmuster nicht das Beste.